Was ich unbedingt mal sagen wollte...

Overtourismus I

The Wave in Utah, USA, eines der letzten Fleckchen auf dieser Welt mit strenger Zugangskontrolle. Pro Tag  (!!!) gibt es nur 20 Erlaubniskarten (Permits). Vier Monate im voraus können jeweils zehn im Internet erworben werden. Weiter 10 stehen vor Ort zur Verfügung, was bedeutet, dass man am Tag vorher anreist und auf wenige Gleichgesinnte hofft. Zumeist stehen dort aber mehr als zu vergebenden Permits, so dass gelost wird. Anschließend erfolgt eine Kurzanweisung über den Weg und man erhält eine grobe Wegskizze. Grund hierfür: wird diese Karte an Freunde oder Bekannte vergeben haben diese ohne persönliche Erläuterungen der Range keine Chance, The Wave zu finden. Und wer es trotzdem riskiert, zahlt 600 Dollar Strafe. Und es wird täglich kontrolliert. Diese Einschränkung gibt es schon seit 25 Jahren. Hier war man seiner Zeit voraus. Eine gute Maßnahme, dem Massentourismus zu begegnen.


Overtourismus II


Die Welt auf Reisen.

 

Können wir, die älteren von denen, die gerne die Welt erleben möchten, den Finger heben und den Reisetourismus kritisieren?

 

Einen Tourismus, der heute für überfüllte Städte, Strände und Sehenswürdigkeiten sorgt?

 

Nein, das können und sollten wir nicht. Denn alle haben das Recht, die Welt kennen zu lernen, von neuen Kulturen zu erfahren und sich weltweit mit den Menschen vor Ort austauschen.

 

Diese Gespräche und Erfahrungen beleben das Miteinander und sorgen - bei entsprechender Aufmerksamkeit - für mehr Verständnis untereinander.

 

Worum wir aber bitten können, ist genauso respektvoll mit den Menschen und Stätten in anderen Ländern umzugehen, wie wir unser eigenes Hab und Gut pflegen.

 

Keinen Abfall hinterlassen, die Kultur des besuchten Landes achten und Rücksicht nehmen auf Touristen neben uns, die auch ein Foto schießen und nicht lange warten müssen, weil andere ihren Narzismus mit zahlreichen Selfies in immer unterschiedlichen Posen ausgeleben wollen.

 

Eigentlich Selbstverständlichkeiten, die wir aber auf unseren Reisen schon lange nicht mehr erleben.

Die beiden Bilder oben von einer der größten japanischen Heiligtümern, Fushimi Inari mit seinen Hunderten von roten Toren, sollen dies verdeutlichen. Die Menschen auf dem Foto links - man kann es leider nicht hören - palavern als ob sie ein Konzert besuchen und merken offenbar gar nicht, welch heiligen Boden sie hier begehen.

Das Foto rechts zu schießen war fast unmöglich, knapp 30 Minuten habe ich hierfür auf dem Boden gesessen, um diesen einen ,,freien Blick'' zu haben, der übrigens genau 2 Sekunden dauerte.

 

In diesem Kontext spreche ich mich auch gegen die in immer mehr Reisezeitschriften auftauchende Rubrik ,,Most Instagrammable Places In The World'' aus.

Hier werden andere Menschen animiert,  möglichst dasselbe Foto zu schießen, wobei es aber meistens nicht um den besonderen Ort sondern nur um die persönliche Befridigung, dieses Foto auch in seinem Portfolio zu besitzen, geht.

 

Ich würde mir wünschen, das solche Fotos nciht mehr mit Ortsangabe erscheinen. Jeder Tourist auf dieser Welt sollte dpch selbst schauen, das er - wo auch immer - sein persönlich schönstes Foto findet.

 

Die genannte Rubrik hat  zum Beispiel dazu geführt, dass die Tochter eines Landwirtes, der während seiner Arbeit einen Pausenplatz mit wunderbarer Aussicht gefunden und mit seinem Smartphone fotografiert hatte, dieses Foto bei Instagram mit Ortsangabe eingestellt hat.

 

Wochen später glich die Pausenstätte einem Müllplatz.

 

Das zu verhindert sollte unser aller Anliegen sein, auch vor dem Hintergrund, dass in den nächsten zehn Jahren rund 500 Millionen mehr Touristen als 2019 erwartet werden.


Aktuelle Informationen zum Overtourismus

Ob Porto, Dubai, Paris, Rom, Palma , Barcelona  oder Lissabon - in den meisten interessanten Städten dieser Welt wächst  - so zeigen es aktuelle Daten aus der Tourismusbranche-  der Unmut über den Andrang von Touristen. Und auch die Besucher selber schätzen es gar nicht, wenn sie vor den wichtigsten Sehenswürdigkeiten ihres Urlaubsziels Stunden in Warteschlangen verbringen müssen. Die neusten Erhebungen fokussieren sich auf die sogenannte Touristendichte Hier haben Feststellungen des Institutes ,,Officiell Esta'' - ein Unternehmen für Visaanträge- die Touristendichte, also das Verhältnis von Touristen pro Jahr bezogen auf die Einwohnerzahl der City, für insgesamt 47 Städte ermitelt.

Dieses Ranking birgt so manch eine Überraschung: Miami (16,41 Touristen pro Einwohner, pro Jahr) liegt hierbei weit vorn. Gefolgt von Las Vegas (9,93)  Dubai (5,88), Edingburgh (4,45) und Dublin (4,27). Es schließen sich Hongkong (3,98), San Francisco (3,92), Wien (3,29), Singapur (3,16) und Washington (2,86) an.

Die erste deutsche Stadt in dieser Tabelle ist übrigens München auf Rang elf (2,65). Berlin (1,62) rangiert auf Platz vierzehn, noch vor Lissabon (1,29) und Barcelona (1,21). Die beliebte spanische Küstenstadt ( ca. 5,6 Millionen Einwohnern ), empfängt also pro Jahr 6,77 Millionen Touristen. Ach, ja, die Berechnung für die beiden deutschen Städten München (1,5 Millionen Einwohner) und Berlin  (3,8 Millionen Einwohner) ergeben rund 4,0 Millionen bzw. 6,1 Millionen Besucher pro Jahr.