Den Winter um einige Tage verkürzen

Wer den kalten Wintertagen entfliehen möchte, ist auf den kanarischen Inseln bestens aufgehoben. Je nach Lage der Insel laden Temperaturen zwischen 22 und 26 Grad auch zum Schwimmen im Ozean ein. Die Möglichkeiten des Urlaubs sind vielfältig. Entweder konsequent für mehrere Tage auf einer Insel bleiben und dort seinen Neigungen entsprechend urlauben oder einfach einmal auf Kreuzfahrt gehen, alle Inseln kennenlernen und bei guter Planung sind sogar noch Abstecher nach Madeira und Marokko enthalten.

So bietet zum Beispiel TUI Cruises eine Doppelreise an: jeweils sieben Tage Kanaren mit Madeira und Kanaren mit Marokko. Wer gleich 14 Tage bucht, sieht also nicht nur alle kanarischen Inseln sondern auch noch das wunderbare Madeira. Und ein Ausflug in die orientalische Welt Marokkos steht ebenfalls noch auf dem Programm. Also, los geht's.

Die Mein Schiff 3 im Hafen von Madeira - in der Regel liegt das Schiff dort über Nacht

Ausgangshafen für die 14 tägige Kreuzfahrt (für uns mit der MS 3, aktuell mit der MS 2) ist Las Palmas auf Gran Canaria. Von dort geht es nach Funchal auf Madeira. Es folgen Santa Cruz auf La Palma und Teneriffa sowie Puerto del Rosario auf Fuerteventura, bevor es nach Gran Canaria zurückgeht. Von hieraus wird anschließend Agadir in Marokko angesteuert. Es folgen Arrecife auf Lanzarote, noch einmal Santa Cruz auf Teneriffa und zum Abschluss San Sebastian auf La Gomera. Von dort geht es zum Ausgangshafen Las Palmas auf Gran Canaria zurück.


MADEIRA - EINE WUNDERBARE INSEL WEIT WEG VON PORTUGAL

Die Blumeninsel im Atlantik lockt jährlich Millionen Besucher an. Mal, um dem kalten Winter in Europa zu entfliehen und es sich in den schicken Hotels Madeiras gut gehen zu lassen. Aber auch wegen der Vielfältigkeit der Landschaft, der wunderbaren Pflanzen und Blumenwelt sowie den liebenswerten Einwohnern, deren Freundlichkeit gleich begeistert. Sie kommen aber auch, um einmal an der berühmten Korb - Schlittenfahrt vom hochgelegenen Villenvorort Monte hinunter nach Funchal teilzunehmen. Schon Ernest Hemingway beschrieb diese vier Kilometer lange Rutschpartie als eines der aufregendsten Erlebnisse seines Lebens. Besonderer Höhepunkt für Madeira- Fans ist allerdings die Reise zu einer ganz speziellen Zeit, zum Jahreswechsel. Schließlich wird hier alljährlich eines der spektakulärsten Feuerwerke der Welt zelebriert. Darauf haben sich auch die Kreuzfahrtanbieter eingestellt und planen speziell um den 31. Dezember einen Aufenthalt auf Madeira ein, um ihren Gästen dieses sensationelle Feuerwerk bieten zu können. Unsere Reise endete nach Weihnachten, deshalb steht fest: zum Feuerwerk kehren wir noch einmal nach Madeira zurück. Vielleicht aber auch zu einer anderen Jahreszeit, hat diese Insel doch das gewisse Etwas einer besonders liebenswerten Urlaubsinsel.

Ein kleiner Schritt auf dem Mond kann ein großer für die Menschheit sein, an der Steilküste von Funchal allerdings schnell in die Tiefe führen. Kaum woanders auf der Welt fallen die Felsen so brüsk und steil in die Tiefe. Schon nach einer kurzen Fahrt mit dem Mietwagen kann man in Funchal durch den tropischen Garten von Faja dos Padres wandern. Diese - isoliert gelegene - Feriensiedlung liegt am Fuße einer fast senkrechten Felswand und riegelt  den nur 100 Meter schmalen Küstenstreifen von der Außenwelt ab. Zur Anlage führte lediglich ein Aufzug. Rund vier Minuten dauert die Fahrt 300 Meter hinab zum Meer. Menschen mit Höhenangst sollten es sich überlegen, in die Tiefe zu rauschen, sie müssen in diesem Fall mit einem anderen Hotel vorlieb nehmen. Doch zur ihrer Beruhigung sei gesagt: auf Madeira gibt es zahlreiche wunderschön gelegen Anlagen.


NACHHALTIGER TOURISMUS UND NATURSCHUTZ AUF LA PALMA

La Palma, dessen vollständiger Name La Isla de San Miguel de La Palma lautet, die zweite Station auf der Tour zu den kanarischen Inseln, ist die nordwestlichste und gehört zur Provinz Santa Cruz de Tenerife. La Palmas Hauptstadt ist Santa Cruz de La Palma, die größte Gemeinde ist Los Llanos de Aridane.

La Palma ist das ideale Urlaubsziel für Wanderer und Individualreisende. Was nur wenige wissen: Seit 2002 ist die ganze Insel UNESCO-Weltbiosphärenreservat. So wird auf dieser wunderbaren Insel sanfter, nachhaltiger Tourismus und Naturschutz nachhaltig unterstützt. Wenig Bettenburgen, überwiegend Landhäuser, Ferienhäuser und stilvolle Apartments prägen das Bild in authentischen Ortschaften.

Es lohnt sich, die gesamte Insel zu erkunden, was in einem Tagesausflug per Mietwagen recht entspannt zu bewerkstelligen ist. Da bleibt sogar noch Zeit für eine Mittagspause.

Gut, jeden Fleck der Insel kann man in rund 8-10 Stunden nicht entdecken. Für einen guten Überblick reicht jedoch ein Tag. 

Knapp 2.400 Meter geht es hoch und wer oben angekommen ist, wird bei schönem Wetter mit großartigen Aussichten belohnt - und zwar von jedem Aussichtspunkt aus, die den gesamten Weg entlang zu finden sind.


TENERIFFA - Die INSEL DER UNBEGRENZTEN MÖGLICHKEITEN

Keine Frage, es stimmt: Teneriffa ist die Insel der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Natur in all ihren Facetten genießen, am Strand entspannen, den Teide besteigen, nach Lust und Laune schoppen, die vielfältigsten Veranstaltungen besuchen, durch Altstädte schlendern,  und in Themenparks vergnügen... all das ist auf dieser wunderbaren kanarischen Insel möglich. Schön, dass TUI mit seinem Schiff hier gleich zweimal vor Anker geht.

Teneriffa bietet zudem wunderbare Plätze für Speis und Trank. Egal, zu welcher Jahreszeit. Wer diese kleinen, schön und oft etwas versteckt gelegenen Restaurants und Cafe's sucht, findet sie. Ganz bestimmt!

Klima, Natur und die ausgezeichneten touristischen Einrichtungen machen den Urlaub mehr als lebenswert. Insbesondere ältere Deutsche wissen dies zu schätzen. Auf Teneriffa zu überwintern bietet nicht nur die kanarische Wärme sondern auch viel Kurzweil.

Mit etwas Glück können im Südwesten der Insel sogar Wale in freier Wildbahn beobachtet werden. Bis zu 26 Arten Meeressäuger sind hier zu finden, darunter Finnwale, Delfine, Orcas und sogar Blauwale. 

 

Mit seinen 3.718m Höhe ist der Teide der höchste Gipfel Spaniens. Seine beiden Ökosysteme machen den Aufstieg zu einem kontrastreichen Erlebnis. Spezialisierte Bergführer und eine Schutzhütte stehen denjenigen zur Verfügung, die ihre Kenntnis über den Nationalpark erweitern und einen der wunderschönen Sonnenaufgänge hoch oben erleben möchten.


FUERTEVENTURA UND GRAN CANARIA GLÄNZEN MIT STRÄNDEN

Fuerteventura begrüßt seine Gäste mit einer Küstenlandschaft aus weißem Sand und smaragdgrünem Wasser.  Mehr als 150 km Strandlandschaft laden ein, Sonne zu tanken. Auch Ausflüge in die Natur lohnen, immerhin  ist Fuerteventura 2009 wegen seiner spektakulären Vulkanlandschaft zum Biosphärenreservat erklärt worden.

Gran Canaria hingegen ist mit seinen fast 60 Kilometern Strand und dem Biosphärenreservat im westlichen Teil der Insel der perfekte Urlaubsort, vor allem für Familien. Hierauf hat sich der Tourismus auch bestens eingestellt. Sonnnenliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten, denn auf  Gran Canaria ist es im Durchschnitt rund 2 Grad wärmer als auf den anderen Inseln.

Weitere Höhepunkte sind Walbeobachtungen, Wanderungen durch die Pinienwälder, vergnügliche Tage im Wasserpark oder ein Einkaufsbummel durch die Altstadt von Las Palmas. 

Zudem hat sich auf Gran Canaria eine umfangreiche Zahl an Spas und Wellnesszentren etabliert. Also, für das Wohlbefinden wird hier bestens gesorgt.

Auf Fuerteventura und Gran Canaria steht für die meisten Urlauber das Strandleben im Focus.


MAROKKO - Ein LAND ZWISCHEN GAUKLERN UND Gewürzen

Marokko, das Königreich im Nordwesten Afrikas, lässt das Mittelmeer nördlich liegen. Westlich erstreckt sich der Nordatlantik. Das afrikanische Land grenzt im Süden zur Westsahara, im Osten zu Algerien und im Norden zu den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla an der Mittelmeerküste. Durch die Straße von Gibraltar ist Marokko von Spanien und der britischen Kronkolonie Gibraltar getrennt. Von der Küste aus ist Gibraltar gut zu erkennen.

Die Mein Schiff legt vor Agadir an, Ausflüge in diese Hafenstadt werden ebenso angeboten wie die etwas weite Fahrt nach Marrakesch oder in das näher gelegene Schwesterndorf Taroudannt.

Das Land zeichnet sich durch seine reiche Kultur und das angenehme Klima - insbesondere im Winter - aus. Casablanca mit seiner pulsierenden Altstadt und der zweitgrößten Moschee der Welt, Rabat, Fes, Meines und Tanger sind weitere  aufregende und quirlige  (Königs) Städte. 

Das Land hat unglaublich viel zu bieten, ein Tag Aufenthalt während einer Kreuzfahrt eröffnet hierfür nur einen Fensterspalt, wer mehr will, sollte sieben bis vierzehn Tage verreisen. Angebote hierfür gibt es zuhauf.


LA GOMERA GLÄNZT MIT RUND 600 KILOMETER WANDERWEGEN

Die ersten Eindrücke auf La Gomera können unterschiedlicher nicht sein. Erst die große Freude, endlich auf der Insel aller Wanderträume zu sein. Kurz darauf schwappen diese Eindrücke über, denn je tiefer der Wanderer auf seinem Tagesausflug per Mietwagen in die Gebirgswelt von La Gomera eindringt, desto atemberaubender werden die Ausblicke. Was für eine Natur! Grandiose Landschaften und Schluchten, die fast ins Meer hineinfallen, wechseln im Minutentakt. Ein Wegenetz von fast 600 Kilometern bietet hier reichhaltig Abwechslung.

Ja, es stimmt jedes Wort, das über La Gomera in den vielen Wanderbüchern zu lesen war und ist.. Also...auf geht's, zumal links und rechts die ersten Wandergruppen schon die Wege kreuzen. Doch halt, was ist mit dem zweiten Blick oder besser gesagt, Eindruck?
Innerhalb kürzester Zeit wechseln Höhe und Tiefe, geht es steil hinab und steil hinauf. Schnell kommen die ersten Gedanken nach Fitness hoch. Tja, vielleicht wäre La Gomeras erster (Wander)Besuch in früheren, jüngeren Jahren, geeigneter gewesen. Wer weiß...

Aber lassen wir die Bilder sprechen, die auch vom anderen, den vulkanischen Teil der Insel berichten. Zum Beispiel vom Garajonay Nationalpark, der mit seinem Lorbeerwald, einen prähistorischer Waldtyp darstellt, der typisch für die Region Makaronesien ist und vor Millionen von Jahren den gesamten tropischen Raum bedeckte. Auf La Gomera hat sich der Lorbeerwald dank des gemässigten Klimas bis heute erhalten. Oder von kleinen Dorf Aula, das wegen seiner idyllischen Lage und Schönheit berühmt ist.

Über 600 Kilometer Wanderwege locken locken jährlich Tausende Wanderer nach La Gomera.

Nicht ungewöhnlich sind Stahlseile an den Hängen, damit der geneigte Wander nicht von seinem Weg abkommt.


LANZAROTE IST FÜR VIELE URLAUBER DIE ETWAS ANDERE INSEL

Kaum hat man in Arrecife auf Lanzarote mit seinem Mietwagen die Stadtgrenzen verlassen, überrascht die letzte der im Rahmen der Kreuzfahrt besuchten Insel mit extravaganten Lavalandschaften in tausend Farben. Nicht wenige erinnert manch ein Blick auf Lanzarote an die Bilder von Neill Armstrong und seinen Astronautenkollegen während ihrer ersten Wanderungen auf dem Mond.

Lange, sonnige Tage locken auf Lanzarote Sportler aller Disziplinen (Radsport, Running, Wassersport etc. ), die hier ihre Trainingslager abhalten.

Überraschend gut auch der Malvasia Wein, der auf dem kargen Boden mit viel Liebe ausgebaut wird.

Ein Besuch im Nationalpark Timanfaya ist für alle Besucher von Lanzarote ein Muss, auch wenn die letzten Meter nur in Bussen des Tourismusverbandes zurück gelegt werden dürfen. Für Kurzweil sorgen Ausritte auf Kamelen - wer's mag.

Interessant wird es wieder am anderen Ende der Insel, wo schwarzer Sandstrand und Salzsalinen zum Verweilen locken. Die Salinen sind seit 1895  im Familienbesitz. Hier wurde vor allem deshalb mit dem Abbau von Salz begonnen, da durch die Gezeiten schon natürliche Salzablagerungen vorhanden waren. Mit einer Fläche von 45 Ha. förderte die Saline einst 10.000 Tonnen Salz. Durch den Salzabbau entstanden die benachbarten Orte La Hoya und Las Breñas in denen viele Arbeiter wohnten. Heute hat sich die Situation durch den Rückgang der Fischerei, Verbesserung der Gefriertechniken und der Konzentrierung der Insel auf den Tourismus geändert.

Am Ende der Rundfahrt ist ein Aufenthalt im ,,Vulkanhaus'' von César Manrique  - heute ein Museum - Pflicht. Schließlich hat César Manrique, ein spanischer Maler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer, das Bild der Vulkaninsel entscheidend geprägt.

Die ersten Blick nach der Ausfahrt aus Arrecife: die vulkanische Landschaft prägt den größten Teil dieser Insel.

Auf dem Weg in den Nationalpark Timanfaya werden Touristen zu Ausritten in die vulkanische Landschaft animiert - auf Kamelen.

Abendstimmung bei der letzten Ausfahrt - die kanarische Sonne geht unter. Ein wunderbares Naturschauspiel.

Letzte Blicke auf den Hafen von Arrecife und ein Schild, das mehr sagt als jeder Text... Auf Wiedersehen! Ja, das wird es geben!


Einige Tipps rund um Reisen zu den kanarischen Inseln

Ja, welche Insel soll es denn nun sein? Diese Frage kann hier nicht beantwortet werden, setzt doch jeder für sich andere Schwerpunkte. Aber vielleicht helfen bei der Planung die nachfolgenden Tipps ein wenig.

Tipps:

  • Wer in relativ kurzer Zeit feststellen möchte, welche der kanarischen Inseln für einen Sommerurlaub im Winter ideal ist, sollte sich auf eine Schiffsreise zu den kanarischen Inseln begeben.
    • Anbieter hierfür gibt es viele. Hier wird von einer Tour mit TUI Cruises berichtet. AIDA, MSC oder COSTA sind weitere Anbieter mit vielfältigen Routenzuschnitten.
  • Die auf Kreuzfahrten angebotenen (Tages) Stippvisiten reichen völlig aus, um anschließend für einen längeren Urlaub die alles entscheidende Frage zu beantworten:
    • Welche Insel soll es sein?
    • Das insgesamt um rund 2 Grad wärmere Gran Canaria mit seinen schönen Sandstränden um Maspalomas?
    • Teneriffas Süden mit seinen Hotelburgen?
    • Teneriffas Norden mit der üppigen Vegetation und dem Teide im Hintergrund?
    • La Palma wegen seiner Vielseitigkeit?
    • La Gomera, um intensiv und einsam zu wandern?
    • Fuerteventura, um die Seele an den langen Stränden baumeln zu lassen?
    • Oder soll es nach Madeira gehen, weil die Blumeninsel alle schnell in ihren Bann zieht?
    • Wer es jedoch exotisch mag und einen Hauch von 1000 und einer Nacht in naher Ferne erleben möchte, für den ist Marokko ideal - hier nur bitte die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes beachten.
  • Die angebotenen individuellen Ausflüge der Kreuzfahrtunternehmen bieten sicherlich viel Abwechslung, wer jedoch ein einem Tag etwas intensiver eintauchen möchte, dem wird ein Mietwagen empfohlen. Lokale Anbieter (z.B. Cicar) sind in allen Häfen vertreten. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist optimal und man kann in der Regel sofort nach Verlassen des Schiffes starten.
  • Mitgliedern des ADAC wird empfohlen, sich das Tourset für die einzelnen Destinationen zu bestellen. Die Höhepunkte der jeweiligen Inseln sowie gutes Kartenmaterial sind enthalten.
  • Navigationssysteme anzumieten ist nicht erforderlich. Einfach die jeweilige Insel vorher  auf dem Smartphone als Offlinekarte bei ,,Google Maps'' laden, vor Ort ohne Internetverbindung aufrufen und schon führt eine bekannte Stimme den Urlauber zu seinem Ziel.