Island, Spitzbergen, Nordkap und Lofoten

Reiseträume werden für viele im Norden wahr. Island, Spitzbergen, das Nordkap, die Lofoten und viele andere Orte an der norwegischen Küste. Auch die Kreuzfahrt- Unternehmen haben dies erkannt und in immer engeren Takten die nordischen Höhepunkte in ihr Portfolio aufgenommen. Auch TUI und AIDA, die beiden deutschen Anbieter. Nachfolgend wird von einer Reise mit der AIDALuna berichtet, die im Juni stattfand und auch zu den Lofoten führte. Die TUI- Organisatoren lassen auf ihrer fast deckungsgleichen Tour diese wunderbare Inselgruppe links liegen. Dabei ist ein Stopp dort eigentlich ein Muss. Jetzt aber sollen die Bilder sprechen.


Die AIDALuna sticht im Hafen von Kiel in See und geht auf große Polarkreistour. Dieses Foto wurde mir freundlicherweise von ,,Heizergruss'', einem leidenschaftlichen Kreuzfahrer, zur Verfügung gestellt. Die meisten kennen ihn unter diesem Pseudonym von der Reiseseite für Kreuzfahrer(wasserurlaub.info). Hier tauschen sich inzwischen fast 50.000 Reisebegeisterte aus, geben Tipps und Anregungen und freunden sich auf den vielen Touren an. Während dieses Forum von und für AIDA- Fans gegründet wurde, inzwischen aber auch Anhänger anderer Reedereien zu Wort kommen, treffen sich die TUI-Freunde auf der Seite des Anbieters pooldeck24 (dort in der Rubrik ,,Mein Schiff-Forum)


Die Orkneyinseln- ein sehr kurzweiliger Tagesausflug

Orkney ist ein aus etwa 70 kleineren und der Hauptinsel Mainland bestehender, zu Schottland gehörender Archipel. Er liegt nördlich von Caithness in Sichtweite der schottischen Nordküste, von ihr durch den Pentland Firth getrennt. Fast alle Kreuzfahrtschiffe legen in Kirkwall an, wo viele individuelle Touren - zum Beispiel mit einem pensionierten Lehrer - zu den Höhepunkten in und um Kirkwall führen. Hierzu gehören zum Beispiel historische Stätten wie Scara Brea, Ring of Brodgar oder die Italian Chappell.

Grüne Felder, schöne Schlösser und Burgen, dichte Wälder - Schottland pur auch auf den Orkneyinseln.

Die vielen Ausgrabungsstätten auf den Orkneyinseln ziehen vor allem in den Sommermonaten immer wieder Touristen an.

Liebhaber grüner Wiesen, die Erinnerungen an Irland hervorrufen, sowie guter schottischer Luft kommen voll auf ihren Kosten.


mystisches Island: Erste station Hauptstadt reykjavik

Wer in Reykjvik erstmals isländischen Boden betrifft, ist zunächst überrascht, erinnert doch zumindest im städtischen Bereich vieles an andere nordeuropäische Städte. Sobald jedoch die ersten Außenbezirke erreicht werden, verwandelt sich Island in ein mystisches Land. 103.000 Quadratkilometer Landmasse faszinieren mit unglaublich schnell wechselnden Landschaftsbildern, Panoramen wie in den USA oder Australien, brodelnde Erde fast überall, tosende Wasserfälle und zwei sich permanent von einander weg bewegenden Kontinentalplatten.

Das Land ist etwas größer als Ungarn und ein wenig kleiner als Bulgarien; doppelt so groß wie die Slowakei und halb so groß wie Weißrussland. Die Zahl der Einwohner – etwa 330.000 – entspricht der von Bielefeld. Aber die dünn besiedelte Insel unterhalb des Polarkreises zwischen Europa und Nordamerika leistet sich eine Infrastruktur, auf die viel größere Länder stolz wären: die Hringvegur, eine gut ausgebaute Ringstraße rund um die Insel, ist 1340 Kilometer lang, sie entspricht der Luftlinie Hamburg–Rom.

Island hat die große Wirtschaftskrise gut überwunden und auch die Energiewende geschafft. So liefern Geothermie und Wasserkraft rund 80 Prozent der benötigten Energie; Tag und Nacht, bei jedem Wetter, im Sommer wie im Winter. Deshalb sind Thermalkraftwerke bei einer reise durch Island fast schon an der Tagesordnung. 

Gut, dass es mit Reykjavik, Isafjördur und Akureyi gleich drei Stopps auf dieser Reise gab. Und alle hinterließen sie sehr unterschiedliche Eindrücke.

Nein, das sind nicht zwei übereinander gestellte Aufnahmen sondern es ist tatsächlich dieser eine Blick von  in die Weite Islands, kurz hinter Reykjavik auf der Ringstraße.

Der Gullfoss Wasserfall ist einer der bekanntesten Wasserfälle Island- mit tollen Aussichten und Perspektiven.

Isfjördur lockt mit traumhaften Aussichten

Isafjörður ist eine Stadt im äußersten Nordwesten Islands in der Stadtgemeinde Ísafjarðarbær. Knapp 2.600 Menschen leben hier vom Fischfang, Dienstleistung und touristischen Angeboten. Neben der Walbeobachtung - für viele Besucher die Hauptattraktion (leider sind nicht immer welche zu sehen) - bietet ein Stadtrundgang schöne Aussichten, vor allem bei schönem Wetter.

Fast schon majestätisch hat die AIDALuna ihren Platz am Kai im Hafen von Isafjörður eingenommen.

in Akureyri dampft und brodelt es an vielen Ecken

Am Ende des 90km langen Eyjafjörður liegt die Stadt Akureyri, die Metropole des Nordlandes. Akureyri ist eine junge Stadt.Bei der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1862 zählte Akureyri 286 Einwohner, heute sind es über 17.000. Akureyri ist damit die viertgrößte Stadt Islands und die größte außerhalb des Ballungsraumes Reykjavik. Wirtschaftlich und kulturell betrachtet ist Akureyri nach Reykjavik aber die zweitwichtigste Stadt des Landes. Die größte Werft Islands, die größte Konservenfabrik des Landes, Molkereien, Fischverarbeitung und der Exporthafen tragen zur Erwirtschaftung von 30% der isländischen Industrieproduktion bei. Beeindruckende Landschaften, dampfende Erde und heiße Quellen erwartet den Besucher, sobald er sich außerhalb der Stadt auf die Suche nach den Sehenswürdigkeiten begibt.

Ein weiterer beeindruckender Wasserfall (Foto oben) Islands ist der Godafoss, einige Kilometer hinter Akureyri gelegen. Die trotz Mittsommer noch schneebedeckten Hänge im Hintergrund machen deutlich, warum das Wasser hier so tosend in die Ebene drängt. Und wer einige Kilometer weiter noch einmal auf den nun in weiter Ferne  zu sehenden Godafoss zurückblickt (Foto unten) weiß, warum sich viele Reisende in diesem Land auch an Australien erinnern. 


An Jan Mayen und polarkreis vorbei nach spitzbergen

Nicht nur die Polarkreistaufe ist für viele Kreuzfahren auf dem Weg nach Spitzbergen ein Höhepunkt. Während der beiden Seetage taucht auf der Backbordseite das Archipel Jan Mayen auf, das bislang nur von Forschern betreten wurde und dessen Gletscherspitze nur an an wenigen Tagen im Jahr das Licht der Sonne erblickt. Glücksmomente für jeden Fotografen, bevor einen Tag später Spitzbergen erreicht wird. Karg, kalt und düster taucht dieses Traumziel am Horizont auf. Die Gletscherseite kann von den großen Schiffen leider nicht angefahren werden, lohnenswerte Ziele gibt es indes noch genug. Doch lassen wir wieder die Bilder sprechen.

Jan Mayen, die kleine Insel zwischen Island und Norwegen, taucht bei der Fahrt nach Spitzbergen ganz plötzlich auf der Backbordseite auf und gibt, was äußerst selten ist, den Blick auf die Gletscherspitze frei.


Norwegen wartet mit wunderbaren Höhepunkten

Spätestens bei der Ausfahrt aus Longjaerbyn weiß jeder Kreuzfahrer, warum diese Tour ,,Highlights am Polarkreis'' heißt. Denn kaum hat man Spitzbergen hinter sich gelassen, lockt eines der wunderbarsten Reiseländer, Norwegen. Das Nordkap, schöne, beschauliche und liebenswerte Städte wie Hammerfest, Tromsø oder Bergen, glänzen nicht nur bei schönem Wetter sondern auch mit herausragenden Ausblicken und Aussichten. Wenn da nur nicht die Menschenmassen am Ziel vieler (Reise)Träume wären. Touristisch erschlossen ist die Weltkugel am Nordkap inzwischen so leicht wie niemals zuvor zu erreichen. So säumen Hunderte von Wohnwagen den riesigen Parkplatz vor den Anlagen und folgt ein Reisebus dem anderen. Nur gut, dass neben der Weltkugel noch ein Museum und ein Restaurant  zum Verweilen einladen.

Später im Tromsø freuen sich alle auf etwas weniger Hektik in der nördlichsten Brauerei der Welt. Dagegen warten die Lofoten mit einer Landschaft auf, die auch in Norwegen seinesgleichen sucht, während die regenreichste Stadt der Welt, Bergen, bei Sonnenschein viel mehr zu bieten hat, als Reisende zu erhoffen wagen. Aber auch nur für Frühaufsteher, denn regnet es doch meistens ab dem frühen Nachmittag. Hier gilt also nicht ,,Der frühe Vogel kann mich mal'', nein, hier bewahrheitet sich der Originalspruch. ,,Der frühe Vogel fängt den Wurm''! 

Einfahrt nach Tromsø bei traumhaften Wetterbedingungen. Es ist gerade mal 2.00  Uhr morgens und fast taghell. Aber wir haben ja auch Mittsommer in Norwegen.

Die Lofoten, diese kleine norwegische Inselgruppe, die aus rund 80 Inseln besteht, war fast allein schon die Reise wert. Wegen der Aussichten, des Stockfisches, des kleinsten Fjordes und des Seeadlers, der einem mit etwas Glück im Trollfjord die Ehre erwies.

Bergen ist mit 250.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Norwegens. Während der Hansezeit war Bergen eine der größten Städte Europas. Das heutige Hanseviertel Bregen mit seinen beschaulichen Häusern gehört heute zum Unesco - Weltkulturerbe. Der Blick vom Hausberg Floren gibt  einen schönen Überblick über die Stadt, die an seltenen Tagen auch bei Sonnenschein erlebt werden kann.

So kann eine traumreise zur Wirklichkeit werden

Für viele ist eine Tour zum Nordkap der Reisetraum schlechthin. Wenn sie darüberhinaus noch mit Abstechern nach Island und Spitzbergen verbunden werden kann, vielleicht sogar der Höhepunkt eines Reiselebens. Inzwischen haben zahlreiche Anbieter entsprechende Angebote im Programm und bewerben diese ganzjährig.

Tipps:

  • Die Hurtigrouten zum Beispiel fahren an der Küste Norwegens entlang und halten in vielen kleinen Orten. Wer unbedingt um Mittsommer herum reisen will, muss hierfür jedoch tief in die Tasche greifen, und dies alles für eine sehr kleine Kabine - ohne Balkon. Zu anderen Reisezeiten geht es bedeutend günstiger.

  • Die beiden deutschen Kreuzfahrtanbieter  AIDA und TUI Cruises bereisen dieses Gebiet zwischen Juni und August, also zur besten Reisezeit. Dies sowohl für das kleine als auch große Portmonee.

  • Die Reisekombination Schottland, Island, Spitzbergen, Nordkap mit Norwegen (mal mit, mal ohne Lofoten) bei AIDA und TUI sollten möglichst schon sehr früh gebucht werden, weil sie schnell ausgebucht sind.

    • Bis auf die Fahrt zum Nordkap (hier werden Busse eingesetzt) können alle angefahrenen Häfen gut und günstig individuell erkundet werden.

    • Schottland mit externen Anbietern wie zum Beispiel Clive Horton von Wild about Orkney, Island mit Mietwagen, zum Beispiel von Eurocar - Wagen stehen an der Pier-, alle anderen Destinationen vom Schiff aus per Pedes.

    • Schön war allerdings auch die einzige geführte Tour auf Spitzbergen mit Max von Spitzbergen Adventures.

    • Na gut, sicherlich lohnt es sich, auch auf den Lofoten eine Tour zu buchen (z.B. die mit dem Boot in den Trollfjord)  oder einen Wagen zu mieten, das muss jeder für sich selbst entscheiden.